Zaunpassagen

 

Zaunpassagen sollen für Wandernde möglichst einfach zu begehen sein und gleichzeitig sicherstellen, dass das Vieh nicht entweichen kann. Die Wahl der geeigneten Passage erfolgt in Absprache mit den Vieh haltenden Betrieben. Der Zustand sollte jede Saison neu überprüft werden. Folgende Typen (u.a.) sind gebräuchlich und in unterschiedlichen Konstruktionsarten ausführbar:

  • Torgriffe zum Einhängen eignen sich für Elektrozäune. Sie sind sehr preiswert und haben den Vorteil, dass der Standort der Passage ohne grossen Aufwand verändert werden kann. Zur besseren Sichtbarkeit kann ein Warnwimpel angebracht werden. Nachteil: ein einzelner Draht kann das Entweichen von bestimmten Tieren nicht ausreichend verhindern.
  • Dreieckdurchgänge sind einfach aus Holz zu erstellen und deshalb weit verbreitet. Sie eignen sich besonders für Weiden mit Grossvieh. Kleinvieh wie Ziegen und Schafe, aber auch Kälber können durchschlüpfen. Der Einlass sollte mindestens 50 cm breit sein, während im Wenderaum für Wandernde mit Rucksack eine Breite von mindestens 75 cm vorhanden sein sollte.
  • Drehkreuze mit Bügeln eignen sich für Weiden mit Grossvieh. Bei Kälberweiden verhindern Verstrebungen in den Bügeln, dass die Tiere den Kopf hindurchstrecken und hängen bleiben. Drehkreuze mit Bügeln bestehen aus Stahl und müssen einbetoniert werden.
  • Tore und Gatter sind auch für Weiden mit Kleinvieh geeignet. Wichtig sind stabile, gut verankerte Torpfosten sowie ein Schliessmechanismus (z. B. Schnappverschluss, Drahtschlaufe). Tore und Gatter sollten wenn möglich von selbst zufallen. Der Durchgang sollte mindestens 70 cm breit sein.
  • Selbstschliessende Schranken zum Aufklappen eignen sich für Weiden mit Grossvieh. Der Durchlass sollte eine Breite von mindestens 70 cm aufweisen und die Hände vor dem Einklemmen geschützt werden. Schranken bestehen meistens aus Stahl.
  • Bockleitern ermöglichen es, Zäune mittels einiger Stufen zu übersteigen. Je nach Bauart eignen sie sich für Weiden mit Gross- oder Kleinvieh. Da Bockleitern ein erhöhtes Mass an Trittsicherheit erfordern, sollten sie nicht auf gelb markierten Wanderwegen eingesetzt werden. Wichtig ist eine einseitige Handauflage (langer Zaunpfosten, Verlängerung der Holmen) an der höchsten Stelle der Bockleiter. Bockleitern lassen sich vor Ort aus Holz herstellen. Sie sind anfällig auf Defekte.
  • Passage durch Elektrozaun: In Kombination mit Elektrozäunen wird der Draht in einem Kunststoffschlauch unter der Passage durchgeführt. Dieses Prinzip gilt z.B. für Dreiecksdurchgänge, Tore, Gatter und Schranken zum Aufklappen.

 

 

Hinweis für Wege mit gemeinsamer Nutzung Velo und Mountainbike

Bei Wegen, die gemeinsam fürs Wandern und Velofahren oder Mountainbiken bestimmt sind, ist die Wahl der Zaundurchgänge sorgfältig zu prüfen. Zaundurchgänge sind nicht nur Hindernisse sondern auch Gefahrenstellen. Für Mountainbikende gut befahrbar sind beispielsweise Kippstangen, Pendelarme oder geeignet ausgestaltete Rampen.

 

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