Treppen & Leitern

 

Treppen und Leitern werden auf steilen Wegstrecken und zur Überwindung von Hindernissen eingesetzt. Sie müssen regelmässig kontrolliert und unterhalten werden. Schlecht unterhaltene Treppen und Leitern sind gefährlich.

 

 

1. Treppen


Treppen erleichtern auf Wegabschnitten mit Längsneigungen ab 25% den Auf- und Abstieg. Gut platziert und korrekt entwässert vermindern sie zudem das Erosionsrisiko. Ideal sind kurze Treppenabschnitte abwechselnd mit weniger steilen Wegstrecken. Bei langen Treppen sollte nach 10 bis 15 Stufen jeweils ein Podest von einigen Metern Länge erstellt werden. Mit dieser Massnahme können das Erosionsrisiko vermindert sowie der Auf- und Abstieg abwechslungsreicher gestaltet werden. Vereinzelte Stufen sind nicht empfehlenswert, da sie leicht übersehen werden und dadurch eine Stolpergefahr darstellen.

Treppen ohne Ausweichmöglichkeiten sollten wenn möglich nicht schmaler als 80 cm sein. Die Stufenhöhe beträgt im Idealfall 17 bis 20 cm. Der Auftritt (horizontale Fläche der Stufe) sollte mindestens 25 cm tief sein. Für die Dimensionierung einer bequem begehbaren Treppe hat sich folgende Faustregel bewährt:

 


Holztreppen mit Hinterfüllung
Einfache Treppen lassen sich aus Brettern, Balken oder Rundhölzern erstellen, die ein- oder beidseitig in die Böschung eingebunden und mit Kies oder Erdmaterial hinterfüllt werden. Aufgrund des Erdkontakts sollten dauerhafte Holzarten oder druckimprägniertes Holz verwendet werden. Die Befestigung erfolgt mit Holzpflöcken oder Armierungseisen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Befestigungen nicht über die Trittfläche hinausragen, da sonst eine grosse Stolper- und Verletzungsgefahr besteht.


Die Entwässerung wird bei beidseitig in die Böschung eingebundenen Stufen über leicht talwärts geneigte Trittflächen sichergestellt. Wichtig ist dabei eine Querentwässerung auf den Zwischenpodesten. Sind die Stufen nur einseitig in den Böschungsrand eingebunden, kann die Treppe über eine Querneigung der Auftritte von 3 bis 5 % entwässert werden. In Gebieten mit häufigen Starkniederschlägen kann zusätzlich eine seitliche Längsentwässerung sinnvoll sein. Bei unzureichender Entwässerung besteht die Gefahr, dass einzelne Trittflächen oder die gesamte Treppe ausgespült werden.

Steintreppen
Analog zu einfachen Treppen aus Holz lassen sich Treppen aus Stein erstellen. Dazu werden flache Steinplatten hochkant in den Weg eingebaut und mit Kies oder Erdmaterial hinterfüllt. Die Einbindetiefe sollte 20 bis 30 cm betragen. Zur Fixierung können zusätzlich Armierungseisen eingeschlagen werden. An der Stufenkante werden die Steinplatten wenn nötig behauen, um Stolperstellen zu verhindern. Steintreppen lassen sich auch aus grossen Blöcken erstellen, die zu Stufen zurechtgehauen und dachziegelartig übereinander in den Weg eingebaut werden. Darüber hinaus existiert eine Vielzahl von Möglichkeiten, Treppen aus Steinen aufzubauen. Die Technik dazu ist im Wesentlichen dieselbe wie beim Bau von Trockenmauern (vgl. «Trockenmauern: Anleitung für Bau und Reparatur», Stiftung Umwelt- Einsatz Schweiz, 2009). Steintreppen werden analog zu Holztreppen entwässert (vgl. oben).


Frei gespannte Treppen
Frei gespannte Treppen sind Konstruktionen aus Holz und/oder Metall, die auf Widerlagern aufliegen. Die Konstruktionsmöglichkeiten sind vielfältig. Meistens sind die Stufen auf Längsträgern montiert oder an seitlichen Planken, sogenannten Wangen, befestigt. Frei gespannte Treppen haben den Vorteil, dass der Erdkontakt des Materials auf ein Minimum beschränkt ist und damit eine lange Lebensdauer erreicht werden kann. Weitere Angaben zum Bau von Treppen sowie zum Thema konstruktiver Holzschutz sind in der Publikation «Holzkonstruktionen im Wanderwegbau» (BUWAL, 1992; ASTRA 2009) zu finden.

 


2. Leitern


Leitern dienen der Überwindung sehr steiler Passagen. Sie werden auf Alpinwanderwegen und in Ausnahmefällen auf Bergwanderwegen eingesetzt. Auf Bergwanderwegen sollten sie nicht länger als 5 m sein. Da Leitern oft extremen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, haben sich massive Stahlkonstruktionen mit stabilen Verankerungen bewährt. Die Verwendung von Holzleitern wird aus Sicherheits- und Unterhaltsgründen nicht empfohlen. Die Konstruktion und Montage von Leitern erfolgt durch Fachleute.

 

 

Wichtige Dokumente und Links:

 

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