Normalprofile & Ausbaustandards


Massgebend für den Ausbaustandard eines Wanderweges ist die Wegkategorie. Sind bauliche Massnahmen notwendig, wird eine Trasseebreite von 100 bis 120 cm bei gelb markierten Wanderwegen und 50 bis 80 cm bei Bergwanderwegen angestrebt. Bei Alpinwanderwegen wird meist auf die Erstellung eines Trassees verzichtet. Die folgenden Normalprofile sind typisch und werden bei Wanderwegen oft angewendet:

  • 1. Unbefestigte Wege
  • 2. Trassee mit Fundationsschicht
  • 3. Trassee im Fels
  • 4. Prügelwege

 

 

1. Unbefestigte Wege


In wenig steilem Gelände auf trockenen tragfähigen Böden kann oft auf die Erstellung eines gebauten Trassees und den Einbau einer Fundationsschicht verzichtet werden. Dies erlaubt abwechslungsreiche
Linienführungen, schont die Landschaft und spart Baukosten.

 

 

2. Trassee mit Fundationsschicht


Eine Fundationsschicht ist eine Schicht aus verdichteten Kiesen, die bei schlecht tragfähigem oder vernässtem Untergrund, bei grossen Benützungsfrequenzen sowie bei erhöhten Ansprüchen an den Gehkomfort eingebaut wird. Auf Wanderwegen ist eine 10 bis 15 cm starke Schicht in der Regel ausreichend stabil. Auf Wegen, die stark beansprucht werden (z. B. durch Vieh), sollte die Stärke ca. 30 cm betragen. Auf weichem Untergrund kann ein Geotextil unter der Fundationsschicht verlegt werden, um ein Vermischen mit dem Untergrund zu verhindern.

Für Fundationsschichten eignen sich Kiessande oder Bruchkiese, deren Korngrössen gut abgestuft (0 bis 32 mm) und damit gut verdichtbar sind. Wird eine Verschleisschicht aufgetragen, können für die Fundationsschicht abgestufte Korngrössen bis 63 mm verwendet werden.

Bei starker Beanspruchung kann auf die Fundationsschicht eine ca. 5 cm dicke Verschleissschicht aus Kiessanden (bis 16 mm Korngrösse) aufgetragen werden. Auf Wanderwegen ist dies aber meistens nicht notwendig.

In Moorgebieten dürfen in der Regel keine Fundationsschichten eingebaut werden, da der Kies zu einem unerwünschten Nährstoffeintrag führt. Holzschnitzel sind in solchen Fällen eine gute Alternative. Sie bilden eine weiche und angenehm zu begehende Wegoberfläche. Die Schnitzel müssen regelmässig erneuert werden, da sie sich relativ rasch zersetzen.

 


3. Trassee im Fels


Im Fels kann häufig auf den Einbau einer Fundationsschicht verzichtet werden, wenn der Fels griffig und das Trassee genügend breit ist. Wichtig ist eine ausreichende Schulterfreiheit, d. h., der Weg sollte auf Schulterhöhe breiter sein als auf Fusshöhe. Je nach Gesteinsart und Benützungsfrequenz können sich im Fels glatt polierte, rutschige Stellen bilden. Um ein Ausrutschen gegen die Talseite hin zu verhindern, kann die Gehfläche mit einer leichten Neigung bergwärts erstellt werden. In steilen Abschnitten haben sich in den Fels gehauene Stufen bewährt.

 

 

4. Prügelwege


Prügelwege bestehen aus Rundhölzern oder starken Brettern, die quer zur Längsachse des Weges aneinandergereiht werden. Die Prügel sind mit Draht untereinander verbunden oder auf Längshölzern befestigt. Bei sehr weichem Untergrund können die Längshölzer ihrerseits mit Querhölzern unterlegt werden. Prügelwege werden für die Querung von feuchtem, wenig tragfähigem Terrain eingesetzt. Für den Bau von Prügelwegen eignen sich dauerhafte Holzarten. Aus Umweltschutzgründen wird in Feuchtgebieten grösstenteils auf chemisch behandelte Hölzer verzichtet.

Um ein Ausrutschen auf dem feuchten Holz zu verhindern, können Prügelwege mit Drahtgeflecht (Streckmetall) überzogen werden. Eine gute Haltbarkeit erhalten die Wege, wenn sie seitlich mit
dem Bodenmaterial des Aushubs eingepackt und die Gehflächen mit Schotter bedeckt werden.

 

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