Begleitende Massnahmen

 

1. Randabschlüsse


Randabschlüsse verhindern das Ausbrechen der Wegränder. Sie können auf einfache Weise aus Rundhölzern erstellt und mit Pflöcken oder Armierungseisen befestigt werden. Randabschlüsse haben sich in Hanglagen bewährt sowie bei Wegen in der Ebene, deren Fundationsschicht auf das gewachsene Terrain aufgetragen wurde. In Hanglagen sollte unter der Fundationsschicht ein Geotextil verlegt und am Randabschluss befestigt werden, um Ausschwemmungen vorzubeugen.

Im Gegensatz zu Fahrstrassen haben Wanderwege keine Bankette. Auch Abschlüsse mit Bund- oder Randsteinen sind im Wanderwegbau nicht verbreitet.

 

 

2. Serpentinen


Serpentinen werden angelegt, um die Wegneigung zu reduzieren. Die Ableitung des Wassers aus der Längsentwässerung erfolgt in den Wendepunkten. Für die Wendepunkte werden flache stabile Hangabschnitte gewählt; wenn möglich wird der Weg um Steinblöcke oder Bäume herumgeführt. So angelegt, ist der Weg bequem begehbar und ein Ausschwemmen der Wegoberfläche wird verhindert. Müssen Wendepunkte in steilen Hangabschnitten angelegt werden, wird das Trassee im Kurvenbereich auf die doppelte Breite erweitert. Zusätzlich kann der Auf- und Abstieg in den Wendepunkten mit einigen Stufen erleichtert werden. Eine Querneigung der Stufen zur Kurvenaussenseite hin begünstigt die Entwässerung.

Es ist wichtig, dass Wendepunkte nicht in der Falllinie übereinander zu liegen kommen. Die Wegabschnitte zwischen den Wendepunkten sollten deshalb unterschiedlich lang sein. Dies hat den Zweck, das Wasser in den Wendepunkten so abzuleiten, dass es nicht in die darunterliegende Kurve fliesst und dort Erosionsschäden verursacht. Diese Anordnung mindert zudem die Versuchung, den Weg abzukürzen.

 


3. Massnahmen zur Lenkung der Wandernden

Aus Sicherheitsgründen, zur Vermeidung von Flurschäden und unerwünschten Trampelpfaden sowie aus Gründen des Naturschutzes ist es vielerorts wichtig, dass die Wandernden den Weg nicht verlassen. Durch folgende Massnahmen kann eine wirksame Lenkung erreicht werden:

  • Ein gut ausgebauter und unterhaltener Weg ist die beste Lenkungsmassnahme. Schlecht unterhaltene, morastige oder eingewachsene Wegstrecken werden umgangen. Dies gilt auch bei schmal bemessenen Stegen und Treppen beim Kreuzen und Überholen.
  • Ebenso wichtig sind lückenlose und gut sichtbare Wegmarkierungen sowie gezielt platzierte Hinweistafeln. Sind keine Markierungen oder Ziele auszumachen, tendieren Wandernde dazu, entlang von Leitlinien (Waldränder, Hecken) zu gehen.
  • Das Abzweigen auf unerwünschte Trampelpfade kann durch die Pflanzung von Sträuchern oder durch die Platzierung von Baumstämmen, Steinblöcken oder Asthaufen verhindert werden. Ist beispielsweise das Etappenziel in Sichtweite, folgen Wandernde bevorzugt der direktesten Linienführung. Ebenso werden Zwischenabstiege ungern in Kauf genommen, ist einmal eine gewisse Höhe erreicht.
  • Auch mit Abschrankungen kann angezeigt werden, dass der Weg an einer bestimmten Stelle nicht verlassen werden soll. Abschrankungen eignen sich besonders für Sperrungen, die sofort wirksam sein müssen (z. B. Gefahrenstellen durch Unwetterschäden).
  • Der Einsatz von Zäunen entlang von Wanderwegen ist dann zu prüfen, wenn diese über Weiden mit Herdenschutzhunden, Mutterkühen, Stieren oder Pferden geführt werden müssen und eine Verlegung von Weg oder Weide nicht möglich ist. Zäune sollten einen Minimalabstand von 30 cm zum Wegrand aufweisen.

 

Lenkungsmassnahmen sowie bauliche Vorrichtungen eignen sich auch zur Entflechtung oder zur Verhinderung von Konflikten zwischen Wandernden und verschiedenen anderen Nutzergruppen wie Velo- und Mountainbikefahrende, Reitende etc. Beispielsweise können Mountainbikefahrende durch Hindernisse, die für Wandernde gut passierbar sind, auf die für Velos geeigneten und attraktiven Wege gelenkt werden.

 

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