Bauausführung

 

1. Räumungsarbeiten


Vor Beginn der Bauarbeiten muss das zukünftige Trassee geräumt werden. Im Wald wird die Wegführung so gewählt, dass möglichst keine Bäume gefällt werden müssen. Ist dies dennoch notwendig, nimmt das zuständige Forstrevier die Markierung vor. Das geräumte Material wird nach Möglichkeit in der näheren Umgebung aufgeschichtet. Asthaufen und Baumstämme können auch als Lenkungsmassnahme eingesetzt werden. Grössere Steinblöcke werden an den Wegrand verschoben oder später als Stufen ins Trassee eingebaut.

 

 

2. Aushubarbeiten


Vor grösseren Aushubarbeiten sollten die Anforderungen an den Bodenschutz abgeklärt werden. Darüber hinaus muss in der Nähe von Siedlungen abgeklärt werden, ob sich im Untergrund Werkleitungen (Strom, Telefon, Gas, Wasser usw.) befinden.

Ebenes Gelände
In ebenem, unbewaldetem Gelände wird der Erdboden nach den Räumungsarbeiten bis auf die Stärke der einzubauenden Fundationsschicht abgetragen. Bei lockerem Untergrund wird das Aushubplanum verdichtet. Das Aushubmaterial wird nach Möglichkeit seitlich ausplaniert oder weggeführt. Im Wald sollte möglichst auf einen Erdabtrag verzichtet werden, um das Wurzelwerk zu schonen. Ist der Einbau einer Fundationsschicht notwendig, sollte diese direkt auf das gewachsene Terrain aufgetragen werden.

Hanglagen
Für die Erstellung eines Trassees im Hang sind grössere Aushubarbeiten erforderlich. Dabei wird zuerst die oberste Humusschicht abgetragen und separat vom Unterboden zwischengelagert. Am Ende der Aushubarbeiten wird der Humus auf die Böschungen aufgetragen, was eine raschere Begrünung ermöglicht. In Grashängen kann die oberste Bodenschicht in Form von Rasenziegeln abgestochen und gelagert werden.

Nach dem Humusabtrag wird der Unterboden abgetragen, bis die angestrebte Wegbreite im Hang erreicht ist. Bei lockerem Untergrund wird das Aushubplanum verdichtet. Überschüssiges Aushubmaterial wird seitlich ausplaniert oder weggeführt. Auf grössere Auftragsböschungen (Dammschüttungen) sollte verzichtet werden, da diese bei Wanderwegen zum Abrutschen neigen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen in diesem Zusammenhang die Entwässerung und die Böschungssicherung.

Fels
Wege in felsigem Gelände sind immer durch spezialisierte Unternehmer zu planen und auszuführen. Arbeiten im Fels sind sehr anspruchsvoll und häufig kostenintensiver, da spezielle Geräte und Techniken (Kompressor, Abbauhammer, Sprengarbeiten) erforderlich sind. Oft müssen aufwändige Kunstbauten wie Passerellen oder Treppen erstellt werden. Die erschwerte Zugänglichkeit und spezielle Sicherheitsmassnahmen verteuern die Arbeiten zusätzlich.

 

 

3. Einbau der Fundationsschicht


Der Einbau erfolgt möglichst vor Kopf, d. h., die Baumaschinen fahren auf der bereits eingebauten Fundationsschicht, damit das Aushubplanum möglichst nicht beschädigt wird. Im Idealfall wird die Fundationsschicht bergaufwärts eingebaut. Das Material wird in der Regel mit einer Motorkarrette
an den Einbauort transportiert und mit einem Bagger ausplaniert. Die Fundationsschicht wird in feuchtem Zustand gut verdichtet. Die fertige Wegoberfläche (Planum) wird im Normalfall ca. 5 cm über dem angrenzenden Terrain erstellt. Um eine gute Entwässerung zu gewährleisten, sollte die Wegoberfläche mit einem Quergefälle oder einer Bombierung versehen werden.

Im Wald wird die Fundationsschicht zur Schonung des Wurzelwerks oft direkt auf das gewachsene Terrain aufgetragen. Diese Massnahme hat sich auch bei feuchtem Untergrund bewährt, um eine Vernässung des Wegkörpers zu verhindern. Ein Ausbrechen der Wegränder kann durch Randabschlüsse verhindert werden.

 

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