Linienführung & Geländeaufnahmen

 

Grundsätze für die Linienführung


Mit der Wahl der Linienführung wird ein möglichst attraktiver und sicherer Weg bei gleichzeitig vertretbaren Bau- und Unterhaltskosten angestrebt. Der grobe Verlauf eines Wanderweges ist durch die Wanderweg-Netzplanung vorgegeben. Für die Festlegung der exakten Linienführung im Gelände gelten die folgenden Grundsätze:

  • Es wird eine logische, möglichst direkte und abwechslungsreiche Linienführung angestrebt. Abwechslung bieten z. B. Wechsel zwischen Wald und Flur oder zwischen Nah- und Fernsicht.
  • Es wird eine gleichmässige Steigung angestrebt. Steile Abschnitte sollten mit Serpentinen oder – auf Wanderwegen – mit Hilfe von Treppen oder Stufen überwunden werden.
  • Die Linienführung wird bestmöglich an die natürlichen Geländestrukturen angepasst. Dadurch lassen sich grössere Erdbewegungen vermeiden.
  • Vorhandene Wegspuren/-trassees sowie Sehenswürdigkeiten werden nach Möglichkeit einbezogen. Die Anforderungen an die Erhaltung historischer Verkehrswege sind zu berücksichtigen.

 

 

Bei der Linienführung möglichst zu vermeiden sind:

  • stark coupierte Wegführungen mit kurz aufeinanderfolgenden Auf- bzw. Abstiegen
  • monotone Wegführungen (z. B. lange Geraden ohne Abwechslung)
  • Weganlagen in der Falllinie (Erosionsgefahr)
  • besonders steile Hänge, abschüssige Felspartien, Steinschlagrunsen und ähnliche Stellen
  • vernässte Stellen, Rutschgebiete und ähnlich instabiles Terrain
  • Querungen von Weiden mit Mutterkühen, Stieren, Pferden oder Herdenschutzhunden (Weideführung und Wegverlauf optimieren)
  • sensible Gebiete wie Moore, Trockenwiesen
  • Störungen des Landschaftsbildes (z. B. von Weitem sichtbare Terrainveränderungen und Kunstbauten).

 

 

Geländeaufnahmen


Die exakte Festlegung der Linienführung erfolgt idealerweise bei einer Begehung. Zu den beteiligten Personen und Organen gehören in der Regel die Wanderweg-Verantwortlichen des Kantons und der kantonalen Fachorganisation, die Grundeigentümerinnen, kantonale Ämter und Gemeinden sowie weitere Interessengruppen. Es ist empfehlenswert, die Resultate der Begehung in einem Protokoll festzuhalten und die Richtigkeit der Angaben von allen Teilnehmenden bestätigen zu lassen.

Geländeaufnahmen können bei Wanderwegen auf ein Minimum reduziert werden. In der Regel sind die folgenden Arbeiten ausreichend:

  • Erfassen geeigneter und ungeeigneter Geländeabschnitte basierend auf der Geländestruktur und anderen Nutzungen.
  • Abstecken der Achspunkte (Richtungsänderungen). Aufnahme der Distanz zwischen den Achspunkten mit Messband oder Messrad.
  • Definieren notwendiger Bauten (nach Wegkategorie, Ausbaugrad).
  • Aufnahme typischer Querprofile und Festlegung der Wegabschnitte, für die das jeweilige Normalprofil gültig ist. Bei Wanderwegen sind Querprofile nicht in regelmässigen Abständen nötig. Querprofile sollen dort aufgenommen werden, wo durch die Änderung der Topografie (z. B. andere Hangneigung, Fels, Kuppen) grosse Mengen an Material auf- oder abgetragen werden. Die Aufnahme der Querprofile erfolgt rechtwinklig zur Wegachse auf einer Breite von 2 bis 3 m links und rechts der Achse. Markante Geländeknicke sollten erfasst werden. Aufgrund der Querprofile lassen sich die Auf- und Abtragsmengen als Grundlage für die Kostenschätzung ermitteln.
  • Erfassen lokal verfügbarer, geeigneter Baumaterialien, wie Holz, Kiessand oder Steine und abklären, ob diese Materialien verwendet werden dürfen. Die Entnahme von Baumaterialien in der näheren Umgebung kann die Transporte und Kosten reduzieren.
  • Erfassen der Zugänglichkeit der Baustellen als Grundlage zur Abschätzung des Aufwands für Installation und Transport des Materials.

 

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