Arbeitsvorbereitung


Arbeitsvorbereitung

Vor Baubeginn von grösseren Projekten sollte die Linienführung nochmals überprüft und im Gelände abgesteckt werden. Kleinere Anpassungen und Wünsche, z. B. seitens Grundeigentum, können zu diesem Zeitpunkt noch berücksichtigt werden.

Bei der Zeitplanung der Bauarbeiten sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • personelle Ressourcen
  • Transportmöglichkeiten
  • Jahreszeit
  • Höhenlage
  • Witterungs- und Bodenverhältnisse
  • Bewirtschaftung und Beweidung


Bei grossen Vorhaben oder anspruchsvollen Arbeiten ist es vorteilhaft, ein Bauunternehmen mit der Ausführung zu beauftragen. Dieses sorgt für Personal, Maschinen, Geräte, Werkzeuge und Material. Das Unternehmen ist verantwortlich für die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und der vereinbarten Termine und leistet bei mangelhafter Ausführung Garantiearbeiten.

Einsätze von Militär, Zivilschutz und freiwilligen Hilfskräften erfordern einen grösseren Vorbereitungsaufwand seitens der Bauherrschaft. Werkzeuge müssen zur Verfügung gestellt werden, Sicherheit, Verpflegung, Transport und Unterkunft müssen gewährleistet sein. Eine ständige Anwesenheit von Fachpersonen für die Leitung der Arbeiten vor Ort muss sichergestellt sein. Für Einsätze von Hilfskräften gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Keine Arbeiten in gefährlichem Gelände (Absturz-, Steinschlaggefahr)
  • Kein Ausführen gefährlicher Arbeiten (Motorsäge, Motorsense, Sprengungen etc.) durch ungeschultes Personal
  • Pro sechs bis zehn Arbeitskräfte eine Betreuungsperson, durchgehende Betreuung aller Einsatzstandorte
  • Anpassung des Arbeitsvolumens an die Dauer des Einsatzes und die Leistungsfähigkeit der Arbeitskräfte
  • Erreichbarkeit der Baustelle in maximal einer halben Stunde zu Fuss

 

 

Maschinen, Geräte, Werkzeuge


Der Einsatz von Baumaschinen ermöglicht oft eine effizientere Ausführung der Bauarbeiten als Handarbeit. Folgende Kontrollfragen helfen bei der Entscheidung, ob ein Maschineneinsatz sinnvoll ist:

  • Erlauben die Verhältnisse im Gelände einen Maschineneinsatz? Stark abschüssiges Gelände mit Hangneigungen von mehr als 45 Grad bzw. 100% verunmöglicht meist einen Maschineneinsatz. Enge Platzverhältnisse, z. B. im Wald, sind entscheidend für die Auswahl der Maschinen. Am Baumbestand dürfen keine Schäden entstehen.
  • Rechtfertigt die Eingriffsgrösse einen Maschineneinsatz? Bei Wegbreiten unter 1 m , vielen kleinen und entlegenen Arbeiten ist ein Maschineneinsatz wenig sinnvoll.
  • Steht die Kosteneinsparung durch den Maschineneinsatz in sinnvollem Verhältnis zum entstehenden Aufwand (Maschinentransport, Sicherungsmassnahmen etc.)?
  • Sind Konflikte mit Forst- und Landwirtschaft zu erwarten?
  • Sind Konflikte mit Natur- und Landschaftsschutz, Bodenschutz oder Lärmschutz zu erwarten? Bei schlechter Tragfähigkeit des Untergrundes kann ein Maschineneinsatz unverhältnismässige Schäden verursachen.

 

 

Nachfolgend sind die gebräuchlichsten Geräte und Werkzeuge für den Bau und den Unterhalt von Wanderwegen aufgeführt. Mit Ausnahme von Handwerkzeugen sollten Geräte nur von ausgebildetem Personal bedient werden.

Abbaugeräte

  • Raupenbagger bis ca. zwei Tonnen Gewicht (wegen der geringeren Bodenpressung besser geeignet als Pneubagger)
  • Schreitbagger (besonders geeignet für Arbeiten auf schrägem oder instabilem Untergrund)
  • Abbauhammer für den Abtrag von Fels (an Bagger montiert)

Verdichtungsgeräte

  • Vibrostampfer
  • Vibrationsplatten oder -walze

Transportgeräte

  • Motorkarrette (Kipper)
  • Dumper (Allrad oder Raupen)
  • Kleinlastwagen
  • Seilkrananlagen, Handseilzug
  • Helikopter

Geräte für Räumungsarbeiten

  • Motorsäge
  • Motorsense

Handwerkzeuge

  • Kiesschaufel, Spaten, Rechen
  • Kreuzhacke, Pickel
  • Pflasterkelle, Pflasterkessel, Besen, Abdeckplastik
  • Hammer, Meissel
  • Stemmeisen, Locheisen
  • Axt, Beil, Gertel, Säge, Sense, Baumschere
  • Zangen, Schraubenzieher
  • Doppelmeter, Messband, Richtschnur, Seil
  • Habegger-Seilzug, Spannset, Ketten, Zurrgurte
  • Handstampfer
  • Schubkarre

Diverses

  • Persönliche Schutzausrüstung PSA
  • Apotheke

 

 

Arbeitssicherheit und Schutz von Drittpersonen


Die Planung der Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeitenden und Passanten auf der Baustelle erfolgt vor Baubeginn. Der schweizerische Ingenieurund Architektenverein (SIA), die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS), die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) stellen ausführliche Dokumente zu den Themen Sicherheit und Unfallverhütung gratis zur Verfügung. Diese können via Internet oder auf Bestellung bezogen werden.

Bezugsadressen für Richtlinien, Merkblätter und Checklisten:

  • www.sia.ch
  • www.suva.ch
  • www.ekas.ch
  • www.bfu.ch


Die Bauarbeitenverordnung (BauAV) legt fest, welche Massnahmen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitenden auf Baustellen getroffen werden müssen.

  • SUVA 2006/2014: Planungswerkzeug «Baustellenspezifische Massnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz»

 

Waldarbeiten
Motorsägearbeiten dürfen nur von ausgebildeten Fachleuten ausgeführt werden. Bei Waldarbeiten sind die Zugangswege grossräumig zu sperren. Die Absperrung ist nach Möglichkeit tagesaktuell sicherzustellen.

  • EKAS 1991: Richtlinie «Waldarbeiten»;
  • SUVA 2004: Merkblatt «Waldarbeit. Die Grundlegenden Pflichten bezüglich Unfallversicherungen und Arbeitssicherheit»;
  • SUVA 2015: Checkliste «Arbeiten mit der Kettensäge (Motorsäge)»;
  • SUVA 2014: Checkliste «Persönliche Schutzausrüstung (PSA)».


Arbeiten im steilen Gelände
Werkplätze in steilem Gelände müssen je nach den Umständen gegen Steinschlag
gesichert werden. Für alle Arbeiten, bei denen eine Absturzgefahr
besteht, sind spezielle Sicherungsmassnahmen erforderlich.

  • SUVA 2015: Merkblatt «Sicherheit durch Anseilen»


Schutz von Drittpersonen
Mögliche Gefahrenzonen sind die eigentliche Baustelle sowie ggf. die Transportwege und bei Steinschlaggefahr tiefer liegende Wege. Besteht in diesen Zonen für die Passanten eine spezifische Unfallgefahr, ist der Zutritt zu unterbinden. Folgende Vorkehrungen sollten getroffen werden:

  • Betroffene Wanderwege beidseits der Gefahrenzone absperren
  • Information an den Ausgangspunkten der betroffenen Wanderrouten (Abdecken der Ziele, Hinweistafel)
  • Umleitungen signalisieren
  • Information an die Gemeinde, Tourismusorganisation, Wanderweg- Fachorganisation, Wanderweg-Fachstelle und Grundeigentümerinnen.

 

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